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sxmPavillon.jpg

http://www.ethlife.ethz.ch/articles/caadpavillon.html

Der NDS Pavillon

Seit Oktober 2002 steht in einem Teich an der Physikmensa der ETH Hönggerberg der „NDS Pavillon“. Die Architekten des Pavillons sind die sieben Teilnehmer ersten Nachdiplomkurses der Professur für CAAD des Departements Architektur. Er wurde von den Nachdiplomstudenten entwickelt und steht für die eingangs beschriebenen Interessensfelder der Professur für CAAD. Er dient keinem Zweck und seine Form folgt keiner Funktionalität. Der Pavillon ist kein funktionales Gebäude, sondern ein gebautes Manifest: Ein Manifest für die kompromisslose Umsetzung aktueller Informationstechnologien in Planung und Konstruktion.

- Konstruktion Die unregelmässige Röhre besteht aus 416 miteinander vernieteten Blechteilen. Jedes der 416 Blechteile ist ein Unikat. Um die Teile nicht zu verwechseln, ist jedes mit einem Code beschriftet. Die von den Teilnehmern getaufte N-Z-Konstruktion besteht, wie der Name schon vermuten lässt aus N- und Z-förmigen Elementen, die jeweils die horizontalen und vertikalen Kräfte aufnehmen und durch die Diagonalen eine Aussteifung gewährleisten.

- Konfiguration Die Form des Pavillons wurde mit Hilfe eines Konfigurators entworfen. Aus einer ursprünglich regelmässigen Form, in der die Eckpunkte jedes N’s und Z’s einem Würfel entsprechen, kann mit dem Konfigurator eine unregelmässige Form generiert werden. Die veränderten Koordinaten werden in einem einheitlichen Datenformat abgespeichert.

- Transformation Um die 416 Einzelteile nicht zeichnen zu müssen, ist ein CAD-Script programmiert worden, welches die dreidimensionalen Koordinaten sozusagen „entfaltet“ und für die Produktion an der Laserschneidemaschine vorbereitet. Mit einer eigens dafür geschriebenen Software werden aus den Koordinaten sämtliche Einzelteile generiert und mit den notwendigen Perforationen, Lochungen und der Codierung für den späteren Zusammenbau gezeichnet.

- Produktion Die Einzelteile können nun über das standardisierte CAD-Austauschformat DXF in die Steuerungssoftware der Laserschneidemaschine importiert werden. Diese Software optimiert die Anordnung der Bauteile und die für die Schneidemaschine notwendigen Parameter entsprechend den importierten Daten selbstständig.

Das Heraustrennen der Einzelteile aus dem 1 mm starken Edelstahl wurden mit der Laserschneidemaschine bewerkstelligt. Eine moderne Maschine dieser Art benötigt für ein Teil dieser Grösse und Komplexität unter einer Minute.

- Montage An den perforierten Stellen konnten die Ns und Zs nun mit einer Biegemaschine gefaltet werden und die Konstruktion zusammengesteckt werden. Bei der Montage wurden vier Halbschalen liegend zusammengenietet, die dann aus Transportgründen untereinander später verschraubt wurden.

Dieser Pavillon wird programmiert statt gezeichnet, er wird über Internet präsentiert und konfiguriert und ausschließlich mit verschiedenen Maschinen "ausgedruckt".

Teilnehmer:

Philipp Dohmen, Jenny Donno, Ulrike Horn, Johann Käding, Rüdiger Karzel, Nils Kemper, Oskar Zieta Leitung: Oliver Fritz

* Anlieferung:

Das Rohmaterial wird über den Stahlgrosshandel bezogen. Die Lieferung erfolgt termingerecht in grossen Chargen. Durch die Beschränkung auf einen Materialtyp und eine Blechdicke ist eine grosszügige Lagerhaltung möglich.

* Laser:

Die Produktion der Einzelelemente erfolgt komplett robotisch. Die Beschickungsanlage wird beladen, die Rohplatte wird hydraulisch auf dem Schneidetisch positioniert, der Laser schneidet die eingelesenen Konturen. Die fertigen Endelemente werden durch ein Förderband unter dem Laser abtransportiert.

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* Nachbearbeitung:

Bei einigen Einzelelementen mussten nach dem Lasern punktuelle Verunreinigungen und Grate entfernt werden. Durch eine Biegemaschine wird den Elementen kaltgeformt und erhalten ihre finale Geometrie. In den Einzelobjekten ist ein Code eingelasert, der ihnen jeweils spezifische Biegeradien zuordnet.

* Aufbau:

Der Zusammenbau erfolgt sequentiell nach einem vorgegebenen Muster. Element rastet in Element, Ring folgt auf Ring und wird mit Edelstahlnieten zusammengefügt. Das Gesamtprojekt wird in zwei Segmenten erstellt, die als ganzes zusammengefügt werden.

* Transport:

S X M hat die Abmessungen 5.25m x 3.89m, bei einem Gewicht von 487kg. Von seinem Aufbauort wird das Objekt ca. 1km zu seinem finalen Standort transportiert.

* Standort:

Der Prototypische Character von S X M lässt keine Aufstellung im Öffentlichen Raum zu. Als Standort wirde eine Wasserfläche gewählt. Für die Eröffnung wird S X M während einer Woche zugänglich gemacht.

* Details:

Das hochflexible Knotenpunktsystem von S X M durchläuft zur Zeit seine praktische Testphase unter freiem Himmel. Seit drei Monaten hält es Wind-, Witterungs- und Schneelasten stand.

* Marketing:

Die Forschungsarbeit die in S X M geflossen ist, war zeit- und kostenintensiv. Durch unterschiedliche Marketingmassnahmen wird versucht das angesammelte Know-How nachzunutzen. Es finden Ausstellungen und Vorträge statt, Publikationen werden angestrebt.

Revision r1.2 - 15 Oct 2006 - 12:11 - OskarZieta
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